Unsere ReferentInnen 2010

Seit 2010 finden die |Tage der Utopie| in Deutschland statt. Die Porträts, Themen und einige Vorträge der bisher eingeladenen ReferentInnen zum Nachlesen und manchmal hören.

Warum es ums Ganze geht

Neues Denken für eine Welt im Umbruch

Hans-Peter Dürr, ausgezeichnet u.a. mit dem Alternativen Nobelpreis, promovierte 1956 in Berkley bei Edward Teller und war von 1958 bis 1976 am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik wissenschaftlicher Mitarbeiter von Werner Heisenberg, dessen Nachfolger er 1978 als Geschäftsführender Direktor wurde. Forschungsgebiete: Kernphysik, Elementarteilchenphysik, Gravitation und Erkenntnistheorie.  Zunehmend dehnt er seine Arbeitsgebiete bis heute auf gesellschaftspolitische Fragen aus: Abrüstung und Friedenssicherung, Ökologie und Ökonomie und philosophische Fragen. 

Für H.-P. Dürr sind die Krisen der Gegenwart nur Symptome eines alten Denkens, dass an einem eben so alten Weltbild festhält, während in der modernen Wissenschaft längst eine fundamental neue Weltsicht möglich ist. Der Blick auf das Ganze und die Entwicklung konkreter Vorschläge mündet in Dürrs Vision einer gewaltfreien und gerechten Zukunft.

New Plastic Planet – keineswegs ein Film

Werner Boote hat als Kabelhalter begonnen und sich alle notwendigen Zutaten zum Filmemachen erarbeitet. Studium der Theaterwissenschaften, Publizistik und Soziologie sowie an der Filmakademie. Lange Jahre Regieassistent bei Robert Dornheim und Ulrich Seidl; seit 1993 eigene Filme. 

Sein neuester Film: |Plastic Planet|, (|sie werden nach diesem Film nie wieder aus Plastikflaschen trinken|) läuft Europa weit, demnächst auch in den USA. Die 

Motivation diesen Film zu drehen, gründet sich in der familiären Verquickung mit der Plastikindustrie, denn Werner Bootes Großvater war dort verantwortlich tätig. Nichts prägt unseren Alltag so sehr wie der tägliche Plastik Umgang. Wenn nach diesem Film nichts mehr so bleiben soll, wie davor, werden 100 Jahre Plastikwelt in der alten Form, oder vielleicht besser, Zusammensetzung keine Zukunft haben. Was ist seit dem Filmstart geschehen und welche Entwicklungen seit dem sind bereits Gegenwart? Wohin kann mediale Kunst führen und wie läßt sich erlebtes Bewusstsein in konkrete Utopie verwandeln?